Die linke Hand der Dunkelheit

Written by Kevin Gimbel on , 🍿 2 min. read

Das Buch Die Linke Hand der Dunkelheit gehalten vor einen blau-grĂźnen Muster Hintergrund.
Die Linke Hand der Dunkelheit

"Die linke Hand der Dunkelheit" von Ursula K. Le Guin war schon eine ganze Weile auf meiner langen Liste der (retro) Sci-Fi BĂźcher die ich noch lesen mĂśchte. Ich habe es vor einiger Zeit auf Reddit in einer "Must-Read" Liste gesehen und fand den Klappentext sehr ansprechend, Zitat:

Die Bewohner des Planeten Gethen sind uns Menschen verblßffend ähnlich - mit einem Unterschied: Sie kennen keine zwei Geschlechter. Deshalb sind in ihrer Kultur geschlechtsspezifische Machtkämpfe, wie wir sie kennen, nicht mÜglich. Doch es gibt andere Formen von Macht.

Die Geschichte wird aus Sicht eines "Gesandten" der Ökumene, einem Interplanetaren Verbands aus 84 Welten, erzählt dessen Mission es ist Kontakt mit den Bewohnern von Gethen, durch extreme Kälte auch Winter genannt, herzustellen, sodass diese als 85. Planet der Ökumene beitreten können. Erzählt wird die Geschichte in einer Art Bericht, also einer Art Nacherzählung der Ereignisse. Das erinnerte mich sehr an "WIR" von Jewgeni Samjatin.

Die große Besonderheit an Winter ist, dass die Menschen dort keine fixen, binären Geschlechter haben. Eine Person ist weder Mann noch Frau, sondern kommt ein Mal im Moment in einen "Kemmer" genannten Zustand. In diesem Zustand - und nur in diesem Zustand! - ist es Bewohnern von Winter möglich Sex zu haben und sich fortzupflanzen. Einer nimmt dabei die biologische Rolle der Frau ein, der andere die Rolle des Mannes. Die "Frau" kann anschließend das Kind gebären und geht danach wieder in den "neutralen" Zustand über. Allein wegen dieses Unterschiedes funktioniert die Gesellschaft auf Winter komplett anders was beim Leser das Denken über Geschlechter und Geschlechterrollen in Gang bring. Das Buch geht an vielen Stellen auf die Unterschiede zwischen Menschen des Planeten Terra (Erde) und des Planeten Winter ein, auch im persönlichen Unbehagen des Gesandten, eines Mannes vom Planeten Erde, der mit seinem Zwei-Geschlechter-Denken immer wieder in Konflikt kommt.

Ich empfehlen jedem dieses Buch zu lesen und packe es in meine Top 5 der Sci-Fi Bücher die ich gelesen habe. "Die Linke Hand Der Dunkelheit" ist das vierte Buch des lose zusammenhängenden Hainisch-Zyklus und weil es mich so begeistert hat, habe ich mir direkt noch zwei weitere gekauft: Stadt der Illusionen und Das Wort für Welt ist Wald. Da es offenbar nur "Die Linke Hand der Dunkelheit" in einer neueren Version gibt sind die anderen beiden gebraucht und von eBay. Mal sehen ob ich die fehlenden Bücher Rocannons Welt (1977), Das zehnte Jahr (1978), Planet der Habenichtse (), Four Ways to Forgiveness (1995) (scheinbar nicht auf Deutsch erschienen?), und Die Erzähler (2000) noch irgendwie bekomme. Planet der Habenichtse scheint es in einer neueren Fassung unter dem Titel Freie Denker zu geben - naja, das zusammensuchen ist ja auch Teil des Spaßes, den alte Bücher lesen mit sich bringt. :)

5/5

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I'm a DevOps Engineer with a focus on automation and security. Before shifting into DevOps and cloud computing I worked as Front-End Developer, which is still a hobby and field of interest for me.

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I'm very passionated about a variety of games - digital, boardgames, and pen & paper; and also interested in Sci-Fi, Cyberpunk, and dystopian books. You can find out more on the about page.