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Die linke Hand der Dunkelheit

Published on 11/30/2020

Das Buch Die Linke Hand der Dunkelheit gehalten vor einen blau-grĂŒnen Muster Hintergrund.

Die Linke Hand der Dunkelheit

“Die linke Hand der Dunkelheit” von Ursula K. Le Guin war schon eine ganze Weile auf meiner langen Liste der (retro) Sci-Fi BĂŒcher die ich noch lesen möchte. Ich habe es vor einiger Zeit auf Reddit in einer “Must-Read” Liste gesehen und fand den Klappentext sehr ansprechend, Zitat:

Die Bewohner des Planeten Gethen sind uns Menschen verblĂŒffend Ă€hnlich - mit einem Unterschied: Sie kennen keine zwei Geschlechter. Deshalb sind in ihrer Kultur geschlechtsspezifische MachtkĂ€mpfe, wie wir sie kennen, nicht möglich. Doch es gibt andere Formen von Macht.

Die Geschichte wird aus Sicht eines “Gesandten” der Ökumene, einem Interplanetaren Verbands aus 84 Welten, erzĂ€hlt dessen Mission es ist Kontakt mit den Bewohnern von Gethen, durch extreme KĂ€lte auch Winter genannt, herzustellen, sodass diese als 85. Planet der Ökumene beitreten können. ErzĂ€hlt wird die Geschichte in einer Art Bericht, also einer Art NacherzĂ€hlung der Ereignisse. Das erinnerte mich sehr an “WIR” von Jewgeni Samjatin.

Die große Besonderheit an Winter ist, dass die Menschen dort keine fixen, binĂ€ren Geschlechter haben. Eine Person ist weder Mann noch Frau, sondern kommt ein Mal im Moment in einen “Kemmer” genannten Zustand. In diesem Zustand - und nur in diesem Zustand! - ist es Bewohnern von Winter möglich Sex zu haben und sich fortzupflanzen. Einer nimmt dabei die biologische Rolle der Frau ein, der andere die Rolle des Mannes. Die “Frau” kann anschließend das Kind gebĂ€ren und geht danach wieder in den “neutralen” Zustand ĂŒber. Allein wegen dieses Unterschiedes funktioniert die Gesellschaft auf Winter komplett anders was beim Leser das Denken ĂŒber Geschlechter und Geschlechterrollen in Gang bring. Das Buch geht an vielen Stellen auf die Unterschiede zwischen Menschen des Planeten Terra (Erde) und des Planeten Winter ein, auch im persönlichen Unbehagen des Gesandten, eines Mannes vom Planeten Erde, der mit seinem Zwei-Geschlechter-Denken immer wieder in Konflikt kommt.

Ich empfehlen jedem dieses Buch zu lesen und packe es in meine Top 5 der Sci-Fi BĂŒcher die ich gelesen habe. “Die Linke Hand Der Dunkelheit” ist das vierte Buch des lose zusammenhĂ€ngenden Hainisch-Zyklus und weil es mich so begeistert hat, habe ich mir direkt noch zwei weitere gekauft: Stadt der Illusionen und Das Wort fĂŒr Welt ist Wald. Da es offenbar nur “Die Linke Hand der Dunkelheit” in einer neueren Version gibt sind die anderen beiden gebraucht und von eBay. Mal sehen ob ich die fehlenden BĂŒcher Rocannons Welt (1977), Das zehnte Jahr (1978), Planet der Habenichtse (), Four Ways to Forgiveness (1995) (scheinbar nicht auf Deutsch erschienen?), und Die ErzĂ€hler (2000) noch irgendwie bekomme. Planet der Habenichtse scheint es in einer neueren Fassung unter dem Titel Freie Denker zu geben - naja, das zusammensuchen ist ja auch Teil des Spaßes, den alte BĂŒcher lesen mit sich bringt. :)

5/5

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Kevin Gimbel

is a DevOps Engineer and avid (Video) Gamer. He’s also interested in Sci-Fi, Cyberpunk, and dystopian books.

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